„Alle Spieler haben sich positiv entwickelt“

  02.04.2025
Dominic von Känel: "War eine gute Saison. Alle Spieler haben sich positiv entwickelt." Erreicht man aus 24 Spielen drei Siege und nur neun Punkte, wird normalerweise von einer verkorksten Saison gesprochen.

Dominic von Känel, Cheftrainer am Volleyball-Bundesstützpunkt Frankfurt, ist dennoch mehr als zufrieden. Und das zu Recht. „Unser primäres Ziel ist die Ausbildung der im Internat versammelten Talente. Und diese haben durch die Bank große Fortschritte gemacht. Aber auch was die Resultate betrifft, bin ich zufrieden. Obwohl die 2. Bundesliga für fast alle ein absolutes Neuland war, haben die Jungs beweisen, dass sie in dieser Klasse mithalten können. Wir haben lediglich vier Begegnungen richtig schlecht gespielt. Mindestens in zehn Partien waren wir mit dem jeweiligen Gegner absolut auf Augenhöhe, in den restlichen haben wir es zumindest in einem oder zwei Sätzen geschafft.“ Die Analyse zeigt deutlich einen positiven Trend. Je länger die Saison andauerte, desto mehr Sätze bzw. Punkte pro Satz wurden gewonnen. Das Niveau der 2. Bundesliga sei laut Dominic von Känel erheblich höher als in der Dritten Liga. „In den letzten Jahren mussten Spieler mit Doppelspielrecht den Standort verlassen, um in höheren Ligen Erfahrungen zu sammeln. In dieser Saison war es jedoch möglich, dies direkt in Frankfurt zu tun.“

Über den Saisonverlauf haben sich die Jungs sehr weiterentwickelt. Gegen Ende der Runde wurde schneller und variabler gespielt, härter aufgeschlagen, das Block/Abwehr-Verhalten sei viel stärker geworden. Das Athletiktraining habe die Spieler auf ein Level gebracht, dass sie gut mitspielen konnten. In der Annahme seien sie gleich oder sogar leicht  besser als der Durchschnitt der Liga, im Angriff nur knapp darunter. Die wichtigste Steigerung war nach Meinung des Chefcoaches: „Die Mannschaft hat sich vom Jugendvolleyball auf Männervolleyball umgestellt.“ Dies hatte aber zur Folge, dass in den Aufschlägen die Fehlerquote der Volleyball Juniors Frankfurt höher als bei der Konkurrenz war. „Das liegt größtenteils an meiner Philosophie“ beteuert der Trainer. „Die Jungs sollen alle harte Sprungaufschläge anwenden, weil sie diese später im Männer-Spitzenvolleyball unbedingt brauchen werden. Daher wollen wir das früh ausbilden und auch im Spiel unter Druck anwenden. Auch wenn dadurch häufig noch Fehler passieren.“

Fortschritte haben alle gemacht. Sensationell entwickelt hat sich Außenangreifer Joris Backhaus, der nicht nur der beste Punktesammler im Team, sondern einer der besten Annahmespieler der 2. Bundesliga wurde. „Ich sehe ihn als den künftigen Libero der Nationalmannschaft“, so Dominic von Känel. Phillip Seils konnte sich als erster Zuspieler etablieren, von seiner Steigerung profitierten die Mittelblocker, die sich auch gut entwickelt haben. Positiv sei es, dass nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Hannes Röhrs (hat nur knapp die Hälfte der Spiele mitgemacht) die für ihn eingesetzten Außenangreifer zu überzeugen wussten. 

Die Verletzungen haben sicher den einen oder anderen Punkt gekostet. Jean Filippidis hat sich zu Beginn der Saison den Mittelfuß gebrochen und hat der Mannschaft als Diagonalspieler sehr gefehlt. Als sich dann Theo Berger die Schulter ausgekugelt hat, war die Mannschaft mehrere Spiele komplett ohne Diagonalspieler. Zum Ende der Saison hat sich Phillip Seils den kleinen Finger gebrochen, weshalb er die letzten acht Spiele verpassen musste.

Ausblick auf die Saison 2025/26

Bis zum 5. Juli wird weiter trainiert, wobei diejenigen, die im Mai ihr Abitur machen, kürzertreten werden. Acht Spieler verlassen Frankfurt, die meisten wechseln zum VCO Berlin, wo sie am Stützpunkt 1. Bundesliga spielen werden. Dennoch wollen die Volleyball Juniors Frankfurt in der Saison 2025/26 erneut in der 2. Bundesliga antreten. „Die Erfahrung zeigt, dass diese Liga für die Entwicklung der Spieler weit wertvoller ist als die Dritte Liga. Das höhere Niveau und die besseren Strukturen beschleunigen die individuelle Entwicklung und bereiten die Spieler besser auf den internationalen Volleyball vor.“

Das unveränderte Trainerteam um Dominic von Känel und Tanja Kunstmann wird die Vorbereitung auf die neue Saison am 4. August beginnen. Den Kern der Mannschaft werden bereits in der Liga erprobten Spieler wie Libero Mykhaylo Kosyak, die Außenangreifer Arne Skreba und Philipp Ploke, die Mittelblocker Kalle Kreuzer und Felix Stähle sowie Diagonalspieler Theo Berger bilden. Zudem stoßen vier talentierte Jugendnationalspieler des Jahrgangs 2009/2010 hinzu. „Das Interesse, zu uns zu kommen, war riesig. Aber wir wollen nicht so viele externe Spieler. Daher wird nur eine Mannschaft gemeldet. Der Kader wird aus 14 Internatlern und maximal zwei bis drei Externen gebildet“, erklärt Dominic von Känel.

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